Aus der Sicht eines Rennläufers

„nun sitze ich im Sessel und schau mal wer neben mir sitzt – ah ja, die beiden kenne ich – beide haben schnelle Skier an den Beinen,  – auch ich hab mir a guats Waxl zusammengemischt.
So nun aufpassen beim Aussteigen – oben gleich rechts anpirschen und dann in tiefer Hocke in Richtung Pontental –
Was hat er am Start gesagt?  – heute gewinnen die, die mit Hirn fahren, weil die Pisten- und Schneeverhältnisse von hart auf weich und umgekehrt wechseln.
Egal ich versuch es mit lockerem Gleiten – so wie der Aksel Lund Svindal. Ich glaub ich bin sehr schnell, denn die Skier gleiten - eher schliddern, flutschen auf dem Schnee wie bei Aquaplaning – einfach das Gefühl zulassen und die Skier laufen lassen.

Da vorn, den hol ich mir nun bei der nächsten Kurve, und dann mein lieber Freund zeigst mal was du heute draufhast.
Anpirschen und von hinten her den Schwung mitnehmen und hab ihn schon – super und mich überkommt ein wohltuendes Glücksgefühl -- „das ist meine Strecke“ mit ca. 90 km/h hinunter in die Schwandwiesen und weiter zur Talstation Wannenjoch in Schattwald – mei isch des bärig.

Öh was isch denn jetzt – da überholt mich doch einer“
Der hat wohl einen superschnellen Ski – mach dich klein und sofort in seinen Windschatten und dicht dranbleiben.
Angekommen an der Talstation in Schattwald erwischen wir beide denselben Sessel – die 8 Minuten der Auffahrt nützen wir für einen smalltalk und für das eine und andere Späßchen.

Wie zum Beispiel:
Du ich hatte heute Nacht einen Traum und ich bin nicht draufgekommen, wer heute hinter mir Zweiter wird   ;)

Oben angekommen lasse ich ihn vor und nütze den Windschatten – aber nur bis zum 4. Tor, denn das sind meine Schwünge, die nun kommen – bin ich doch Spezialist bei Kurvenradien mit 30 m und mehr !

Alles läuft super – doch plötzlich kommt wieder Wind auf – mein lieber Freund bleib nun ganz tief in der Hocke, denn sonst bläst es dich weg von der Piste
Und schon wird es heller und die Sicht ist sehr gut  - meine Skier spüren meine Gaudi und ich bin eins mit den Geräten – also im flow  - sagen doch die Spitzen-Sportler oder…Egal…

Jetzt aufgepasst, denn bei der nächsten Passage wechselt die Schneeart – es wird weicher und es gibt schon leichte Spuren und Rippen.
Gleiten heißt nun die Devise – weniger Kanteneinsatz und fahren mit Gefühl – das heißt, das Gewicht auf beiden Skiern gleichmäßig verteilt – fahren wie auf rohen Eiern sagen die Experten

Alles läuft optimal,  -      hmm  --- nur der andere lässt sich immer noch nicht abschütteln.
Egal, einfach laufen lassen und genießen - warten wir ab bis zur letzten Abfahrt auf der FIS Strecke in Zöblen –dann werden wir es ja sehen ….

Auf geht’s zur letzten Auffahrt mit dem 4er Sessel in Zöblen – diesmal sitz ich gar allein im Sessel und beobachte die Rennstrecke von oben – echt super wie die den Lauf gesteckt haben.

Oben angekommen sehe ich noch einen Rennläufer im ersten Tor verschwinden – Sodale nun überkommt es mich - >  den werde ihn auf der FIS Rennstrecke hinunter noch überholen – denn das ist meine Lieblingspiste  „mit Heimvorteil“

Flott geht s dahin und nun volle Körperspannung und höchste Konzentration in den Toren  - besonders im Schwungauslauf optimaler  Kanteneinsatz und ganz wichtig  „rund fahren“ ..

Ah da ist er schon – da vorn setz ich den Schwung von hinten an und pfeif dann einfach vorbei, ….
Schön gedacht, der weiß auch wo die schnellste Route verläuft.
Alles nochmals von vorn – super beim nächsten Tor hat es geklappt – nun bin ich schon fast im Ziel – meine Oberschenkel spüre ich erst jetzt und mein Lächeln im Gesicht verrät, dass heute mein Glückstag ist.

Was für ein Rennen
Danke an alle  -- > bin schon ein bisschen stolz!